Narrenzunft Schneckengraber Dettingen e.V.

-Zunftbeschreibung-

 

 

Organisierte Narretei kann in Dettingen bis ins Jahr 1928 zurückverfolgt werden. Bis zum Jahr 1958 fand in Dettingen ein freies und wildes Narrentreiben statt, das von zwei Musikanten mit Ziehharmonika und Trommel angeführt wurde. Im Jahr darauf organisierte eine Schar junger Leute den Dettinger Fasnetumzug. Hierbei war es die Riesenschnecke, welche hinter der Musik hergezogen wurde. Nach dieser erfolgreichen Fasnetsaison wurde der Ruf nach einem Fasnetverein immer lauter. Daraufhin waren 10 junge Idealisten bereit, eine Figur ins Leben zu rufen, die unsere Fasnet in Dettingen symbolisieren und aufwachsen lassen sollte.

 

 

Der Schneckengraber war geboren. Er verkörpert die Symbolfigur der Dettinger Fasnet.

Den Überlieferungen nach verdienten sich Dettinger Bürger durch den Verkauf von Schnecken zu früherer Zeit ein Zubrot. Am 12. Nov. 1960, am Tag der Gründungsversammlung der Narrenzunft Schneckengraber Dettingen, wurde der „Schneckengraber“ der Bevölkerung vorgestellt.

 

Der Schneckengraber trägt eine Schreckmaske, tief geschnitzt mit einer Weinbergschnecke auf den Wangenseiten. Das Häs, bestehend aus rohweißer Baumwolle oder Leinen, ist mit Blumen und Ornamenten der Bauernmalerei bemalt. Auf dem Rückenteil ist das Symbol der Weinbergschnecke groß abgebildet. Den Schneckengraber ziert zudem ein „Gschell“ aus handgetriebenen Schellen, als auch ein „Schneckenhäuble“, mit dem der Weißnarr symbolisch nach den Schnecken gräbt.

 

Die Linsenbühlhexe

Eine alte Sage erzählt: „Die Linsenbühlhexen hausten vor langer Zeit im Linsenbühl, einem Waldstück vor den Toren Dettingens und trieben dort ihr Unwesen.

Zum Erscheinungsbild der Linsenbühlhexe gehört die tief geschnitzte Holzmaske. Das braune Kopftuch, mit  Flicken besetzt, hüllt das Gesicht ein. Über dem schwarzen Rock trägt die Hexe eine braune Schürze, die auch mit Flicken besetzt ist. Unter dem Rock scheint die weiße, mit Abschlußbündchen getragene Hexenunterhose hervor. Als Besonderheit trägt die Linsenbühlhexe dem Häs angepasste „Lombaschuah“, die über die erdfarbenen, geringelten Strümpfe gezogen sind. Die Linsenbühlhexe ist seit dem Jahr 1961 fester Bestandteil der Zunft. Der mitgeführte Hexenbesen steht als Symbol, den Winter auszutreiben, da.

 

Der Schantle –auch „Muri Dabber“ genannt

Seit dem Jahr 1993 verkörpert der „Dettinger Schantle“ durch sein Auftreten mit seiner eindrucksvollen Holzmaske, der ein Lachen aufgesetzt wurde, einen ruhigen dahin schreitenden, edlen Fasnetsnarren.

Die  lang geschnittene Jacke sowie der Kopfputz sind in den Farben Goldbraun, Grün, Burgund und Dunkelblau gehalten. Die Farben sind auf die einzelnen Kleidlesträger verteilt, somit ergibt sich beim Umzug einen farbeprächtiges Bild.

Unter seiner Jacke trägt er ein weißes Rüschenhemd mit einer, zur Farbe der Jacke farblich abgestimmten, Weste.

Zur schwarzen Hose passen die ebenfalls schwarzen Schuhe, als auch die weißen Handschuhe. Außer einem, mit einer Spitzenborde geschmückten, Regenschirm führt der Schantle auch einen geflochtenen Korb mit sich, in dem sich so manches Schmackhaftes für die Umzugsbesucher verbirgt.

 

Der Kohlwald-Köhler

Im Jahr 1994 ins Leben gerufen, wurde die Gruppe der Kohlwald-Köhler.

Die Köhler finden ihren Ursprung, wie der Name schon sagt, im Dettinger Kohlwald.

Als raue und arme Gesellen leisteten sie damals abseits der Zivilisation harte und schwere Arbeit in der Kohleherstellung. Der „Wilde Haufen“ wurde von einer Frau mit Speis und Trank versorgt, der Kohlwaldliesel. Die Larven stellen die von harter Arbeit, von Wind und Wetter gekennzeichneten Kohlwald-Köhler dar. Zerzauste, wilde, von Ruß geschwärzte Mähnen, runden die Masken ab.

Den Überlieferungen zu Folge entspricht das Häs naturgetreu der damaligen Tracht. Über dem Jutehemd trägt der Köhler eine blaue bzw. weinrote, ärmellose Cordweste. Die schwarze Arbeitshose wird von den Knöcheln bis unterhalb der Knie mit einem Schrägband geschnürt. Das Schuhwerk besteht aus schwarzen, bis zu den Knöcheln reichenden, Arbeitsschuhen.

 

Die Narrenkapelle „Lombaseggel-Musig“

Im Jahr 1995 hatten sich elf Mitglieder aus verschiedenen Gruppen der Zunft zusammengefunden, um eine Narrenkapelle ins Leben zu rufen.

Die Lombaseggel-Musiker begleiten die Zunft musikalisch, durch Spielen des traditionellen “Dettinger Narrenmarsches“, bei Umzügen und Brauchtumsabenden.

Im ersten Jahr nach der Gründung trat die Narrenkapelle unter dem Namen:

„Jim Knopf und seine Lombasseggel“  auf.

Die Narrenkapelle „Lombaseggel“ ist ein fester Bestandteil der Narrenzunft Schneckengraber Dettingen.

Bunt gemischte, farbenfrohe, ihrem Namen nach angepasste Kleidung, als auch ein großzügiges Musikrepertoire,  sind die Markenzeichen der Lombaseggel.

 

Der Zunftrat mit Zunftmeister

Der Zunftrat mit Zunftmeister gehört schon seit Bestehen der Zunft zum festen Bestandteil der Dettinger Fasnet.

Er vertritt und repräsentiert die Zunft, die schon ein Jahr nach der Gründung des „Närrischen Freundschaftsringes Neckar Gäu“ (1968) durch das Ausrichten des 1. Ringtreffens in Dettingen Eckpunkte setzte, die heute noch Gültigkeit haben.

 

Die Tanzgarde

Neu hinzugekommen ist im Jahr 2008 die Tanzgarde. Die Garde besteht aus ca. 30 Kindern im Alter von

6 – 18 Jahren. Die Garde ist eine große Bereicherung für die Zunft.

Die Tanzgarde vervollständigt das Bild der Narrenzunft Schneckengraber. Durch deren Mitwirken bei Umzügen und Brauchtumsveranstaltungen wird der Narrensamen aktiv in das Narrenleben eingeführt.

 

 

Aktivitäten der Narrenzunft Schneckengraber während der Fasnet

Das Narrenbaumstellen, wie auch am „Schmotziga“ die Schülerbefreiungen, tagsüber das bunte, närrische  Treiben im Flecka, als auch am selbigen Abend die Schlüsselübergabe durch den Ortsvorsteher an die Regierung der Narren gehören ebenfalls zur Dettinger Fasnet, wie das alljährlich stattfindende Dettinger Fasnetwochenende. Hier werden traditionell der Seniorennachmittag, der Zunftball mit Brauchtumsvorführungen, als auch der farbenprächtige Umzug, an dem u.a. auch viele ortsansässige Vereine sowie einige Gruppen aus Nachbargemeinden teilnehmen, durchgeführt.

Die Dettinger Fasnet findet erst beim Kehrausball am Fasnetdienstag um Mitternacht nach der Verbrennung der Fasnet im „Zunfteigenen Vereinsheim“ ihr Ende. Zuvor wird am Nachmittag der traditionelle Kinderumzug mit anschließendem Kindernachmittag und abends im Beisein der Dettinger Bevölkerung die Zeremonie der Schlüsselrückgabe an den Ortsvorsteher abgehalten.

 

NZ Schneckengraber Dettingen e.V.